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Trunkenheit am Steuer -> fahrlässige Tötung -> Haftstrafe

4 Dezember 2014
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Drunk man driving a car vehicle.

Andrey Armyagov – Fotolia. com

Wer betrunken Auto fährt und einen Unfall verursacht, bei dem ein Mensch getötet wird, muß damit rechnen, daß er zu einer Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt wird.

In einem solchen Fall hat das OLG Hamm einen Angeklagten zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Der Mann hatte sich nach einer Feier in seinen Pkw gesetzt um nach hause zu fahren. Die Fahrstrecke betrug 30 km. Dies tat er, obwohl er stark alkoholisiert war, was für ihn auch erkennbar war und er darüber hinaus die Möglichkeit gehabt hätte, sich von seinem Bruder abholen zu lassen.

Mit einem Blutalkoholwert von mindestens 2,0 Promille fuhr er kurz vor 6.00 Uhr morgens im Dunkeln über eine Landstraße . Eine vor ihm fahrenden, aufgrund von reflektierender Kleidung und eingeschal- tetem Licht gut erkennbaren Radfahrer übersah er und kollidierte mit diesem mit einer Geschwindigkeit wenigstens 98 km/h . Der Radfahrer, ein verheirateter Mann mit drei minderjährigen Kindern, verstarb.

Das erstinstanzliche Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Das zuständige LG Bielefeld verurteilte den Angeklagten daraufhin zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten, deren Vollstreckung es nicht zur Bewährung aussetzte.

Gegen dieses Urteil legte der Angeklagte Revision ein.

Das OLG Hamm bestätigte die Entscheidung des Landgerichts. Die Verteidigung der Rechtsordnung gebiete die Vollstreckung der Freiheitsstrafe ( § 56 Abs. 3 StGB ).

Zwar sei der Angeklagte bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten, zudem wurde er bei dem Unfall selbst verletzt und bereut die Tat auch zutiefst, doch andererseits habe er sich trotz der für ihn erkennbaren absoluten Fahruntüchtigkeit und trotz gegebener Handlungsalternativen ans Steuer gesetzt, wobei er noch kurz vor dem Unfall einem Zeugen durch seine aggressive Fahrweise aufgefallen sei.

Im Hinblick auf die herausragend schweren Folgen der Tat, die die absolute Fahruntüchtigkeit weit überschreitende Alkoholisierung und die aggressive Fahrweise kurz vor der Tat, sei, auch im Hinblick auf die mildernden Umstände ( keine Vorbelastung, Reue, eigene Verletzungen, starke psychische Beeinträch- tigung durch die Tat ) die Vollstreckung der Freiheitsstrafe geboten. ( OLG Hamm, Beschluß vom 26.08.22014, 3 RVs 55/14 )



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