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Aus aktuellem Anlaß: Was tun, wenn Sie geblitzt wurden?

16 April 2015
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Verkehrkontrolle

tournee – Fotolia.com

Der europaweite Blitz-Marathon am 16. und 17.04.2015

Heute und morgen heißt es: Aufgepasst!

Überall lauert die Polizei mit mobilen Geschwindigkeitsmessgeräten auf Verkehrssünder.

Da heißt es vorsichtig und vor allen Dingen nicht mit überhöhter Geschwindigkeit fahren.

Doch was tun, wenn es trotzdem passiert und ein lästiger Anhörungsbogen zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung ins Haus flattert?

Sehr viele der Bußgeldbescheide, die auf den Anhörungsbogen folgen, sind schlicht und ergreifend falsch.

Die Fehlerpalette ist vielfältig. Sie reicht von fehlerhaften Angaben zur Tatzeit, einem unkenntlichen Foto, bis zu sich aus der Bußgeldakte ergebenden Fehlern. Diese können darin begründet sein, dass das Meßgerät nicht ordnungsgemäß geeicht war, der Meßbeamte nicht entsprechend geschult, das Meßgerät nicht ordnungsgemäß aufgestellt, oder gar ein anderes Fahrzeug gemessen wurde. Dabei handelt es sich nur um eine beispielhafte Auflistung der möglichen Fehler, tatsächlich gibt es darüber hinaus noch zahlreiche weitere Fehlerquellen.

Häufig liegt auch ein Meßfehler vor.

Die unterschiedlichen Meßgeräte haben aufgrund ihrer technischen Gegebenheiten verschiedene Fehlerpotentiale.

Da gibt es die Lasermessgeräte, insbesondere das häufig verwendete Lasermessgerät Riegl FG-21P. Dieses Gerät ist auch als „Laserpistole“ bekannt. Es kommt häufig gerade bei Messungen auf große Entfernungen zum Einsatz. Bei diesem Gerät findet weder eine Videoaufzeichnung noch eine Fotodokumentation statt, so daß es ausschließlich im Zusammenhang mit einem Anhalten des „angeblich“ gemessenen Verkehrssünders und Konfrontieren desselben mit dem Messergebnis verwendet wird.

Sollte dies Ihnen passieren, machen Sie gegenüber dem Messbeamten möglichst keine Angaben.

Bei diesem Messgerät kann es, insbesondere bei Messungen über große Entfernungen, (Messungen auf bis zu 1000 m sind möglich) zu Ungenauigkeiten bei der Zielerfassung kommen, so dass evtl ein anderes Fahrzeug als das Ihre gemessen wurde. Auch können Fehlmessungen durch ein als Reflektor dienendes Hindernis im Messbereich, wie bspw. ein Verkehrsschild oder eine Leitplanke, entstehen.

Es lohnt sich in jedem Fall, vor allen Dingen, wenn Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, die Messung mithilfe eines Anwalts überprüfen zu lassen.

 

Ein weiteres häufig zum Einsatz kommendes Lasermessgerät ist das Poliscan Speed.

Es handelt sich bei dem Vitronic Poiscan Speed um eines der umstrittesten Messgeräte. Insbesondere die Geheimhaltungspolitik des Herstellers ist sehr problematisch. Die genaue Funktionsweise des Gerätes ist derzeit allen Sachverständigen unbekannt. Dennoch ist es zugelassen und wird von allen Obergerichten als sogenanntes standarisiertes Messverfahren anerkannt.

Aufgrund vermehrt auftretender Messfehler musste der Hersteller das Gerät bereits mehrfach nachbessern. Auch aktuell bestehen jedoch große Probleme im Bereich der Fahrzeugzuordnung.

 

Neben den Lasermessgeräten gibt es noch die Lichtschrankenmessverfahren.

Gerne verwendet wird hier der Einseitensensor ESO ES 3.0 Mit diesem Messgerät können mittels einer Lichtschranke Fahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen gemessen werden. Die Messdaten werden auf einem USB-Stick gespeichert, so dass sich die Messwerte auch im Nachhinein noch nachprüfen lassen. Dieses Messgerät ist technisch hoch entwickelt und die Messungen sind häufig korrekt. Allerdings nur dann, wenn auch der Messpunkt richtig ausgewählt, und die Bedienung des Geräts und die Dokumentation der Werte fehlerfrei erfolgten. Zudem muß das Gerät ordnungsgemäß geeicht und der Meßbeamte an dem Gerät geschult sein.

Auch hier können also Fehler auftreten und dies ist auch nicht selten der Fall.

Insbesondere für den Einsatz auf Autobahnen und in Tunnels wurde das Geschwindigkeitsmessgerät Traffipax Traffistar S 330 konzipiert. Es handelt sich hierbei um ein stationäres Geschwindigkeitsmessgerät, das als relativ zuverlässig gilt. Trotzdem geschehen auch hier Fehler, so dass durchaus Erfolgsaussichten beim Vorgehen gegen einen Bußgeldbescheid bestehen. Schwachstellen sind eine fehlerhafte Eichung und eine unzureichende Dokumentation des Messvorgangs. Da die Messinstrumente in der Fahrbahn liegen, sind sie einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt, wodurch auch Fehler durch Verschleißerscheinungen möglich sind.

 

Neben den genannten kommen zahlreiche weitere Geschwindigkeitsmessgeräte zum Einsatz, deren Fehlerquellen unterschiedlich und zum Teil umfangreich sind.

 

Als Laie ist man normalerweise nicht in der Lage, die Erfolgsaussichten einzuschätzen wenn man mit einem Bußgeldbescheid konfrontiert wird. Dafür benötigen Sie anwaltliche Hilfe.



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