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Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad, ein teures Vergnügen!

7 November 2015
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sararoom – Fotolia.com

Betrunken mit dem Fahrrad gefahren und Polizeibeamte beleidigt, oder: Üble Nachwirkungen eines Besuchs des Oktoberfestes!

Ein Ingenieur, der auf dem Oktoberfest zu tief in die Flasche geschaut hatte, wurde auf seiner Heimfahrt mit dem Fahrrad von Polizeibeamten kontrolliert denen aufgefallen war, daß er sich kaum im Sattel halten konnte. Wütend über diese Ungemach sagte er zu den Beamten auf bayrisch:

“ Woast, was i Hanswurschtn sag, i zahl euch zwei Deppen!“

Die Beamten zeigten wenig Humor und nahmen ihn mit zum Institut für Rechtsmedizin, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Er hatte einen Blutalkoholwert von 1,56 Promille.

Damit befand der sich zu seinem Glück knapp unterhalb des Wertes von 1,6 Promille, und damit der Grenze zur absoluten Fahruntauglichkeit für Radfahrer.

Dennoch erfolgte eine Anklage wegen Trunkenheitsfahrt und Beleidigung. Die zuständige Richterin am AG München kam aufgrund der Beweisaufnahme zu dem Schluß, dass der Radfahrer, was sein durch die Polizeibeamten dokumentiertes Fahrverhalten ( er war mehrfach gestürzt und hatte Schwierigkeiten danach wieder auf’s Rad zu kommen ) belege, fahruntüchtig war.

Da der Ingenieur nicht vorbestraft und schuldeinsichtig war, erhielt er für die fahrlässige Trunkenheitsfahrt 30 Tagessätze und für die Beleidigung 25 Tagessätze, aus welchen eine Gesamtstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50,-€ gebildet wurde.( AG München, Urteil  vom 14.04.2015, Az: 941 Cs 433 Js 201067/14 )

Die insgesamt 2.000,-€ betragende Strafe wird ihn wohl noch lange an dieses Oktoberfest denken lassen.

Dabei hatte er noch Glück im Unglück. Bei einem Blutalkoholwert von 1,6 Promille oder mehr hätte er 3 Punkte in Flensburg erhalten und es wäre eine MPU ( Medizinisch-Psychologische Untersuchung: http://www.verkehrsrechts-blog.info/der-schrecken-der-autofahrer-die-mpu-untersuchung-landlaeufig-auch-idiotentest-genannt/ )  seitens des Gerichts oder der Führerscheinstelle angeordnet worden. Wird diese nicht bestanden, so kann die Führerscheinstelle den Führerschein einziehen. Eine Trunkenheitsfahrt mit dem Fahrrad kann also, obwohl das Gericht keine gesetzliche Grundlage für den Entzug der Fahrerlaubnis oder ein Fahrverbot hat, da beides nur in Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges verhängt werden darf, dennoch über das Nichtbestehen einer angeordneten MPU zum Verlust des Führerscheins führen.

So geschah es einem Radfahrer, dessen Fall ich in diesem Blogartikel schilderte: http://www.verkehrsrechts-blog.info/wer-betrunken-fahrrad-faehrt-wird-hart-bestraft/



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