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Wildunfall – Was tun ?

16 Dezember 2015
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Wildlife Accident

lassedesignen – Fotolia.com

Wenn Wildschwein, Bambi und Co zum Gegner werden.

Gerade in der jetzigen Jahreszeit, wo es früh dunkel und spät wieder hell wird, ist die Gefahr, mit einem Wildtier zusammenzustoßen groß.

1. Statistische und technische Daten

Jedes Jahr ereignen sich rund 250 000 Wildunfälle in Deutschland.

Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist dies die zweithäufigste Schadensursache.

Das statistische Bundsesamt hat ermittelt, dass im Jahr 2014 bei Wildunfällen 2.400 Personen verletzt wurden. 17 Menschen überlebten den Zusammenstoß mit dem Tier nicht.

Der jährliche Sachschaden durch Wildunfälle beläuft sich auf 500 bis 600 Millionen.

Diese Angaben dokumentieren, wie gefährlich und schadensträchtig der Zusammenprall mit einem Wildtier ist.

Wenn ein Pkw mit 50 km/h ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein erfasst, so ergibt sich nach Berechnungen des Deutschen Jagdverbandes e. V (DJV) ein Aufschlaggewicht von zwei Tonnen. Bei einem 20 Kilogramm wiegenden Reh und einer Aufprallgeschwindigkeit von 100 km/h beträgt das Aufprallgewicht 500 Kilogramm.

2. Was kann man tun, um einen solchen Unfall zu vermeiden?

Die Wildwechselzeiten liegen zumeist morgens zwischen 5:00 und 8:00 Uhr und abends zwischen 17:00 und 0:00 Uhr.  Zu diesen Zeiten ist insbesondere beim Durchfahren von Waldstücken Vorsicht geboten. Wenn dann ein Streckenbereich auch noch mit dem Warnschild „Wildwechsel“ gekennzeichnet ist, dann gilt unbedingt: Geschwindigkeit reduzieren und erhöhte Aufmerksamkeit.

Wenn dann Wild auf der Straße auftaucht versuchen Sie bitte möglichst keine riskanten Ausweichmanöver und Vollbremsungen, die den nachfolgenden Verkehr gefährden. Bei Unfällen, die aufgrund eines solchen Manövers geschehen, müssen Sie beweisen, dass Sie einem Wildtier ausweichen mußten und nur so einen Zusammenprall mit Diesem vermeiden konnten. Das ist gerade im Dunkeln meist schwierig, da andere beteiligte Verkehrsteilnehmer das Wildtier oft nicht gesehen haben. Können Sie diesen Beweis nicht führen, so zahlt Ihre Teilkaskoversicherung den Schaden nicht.

Schalten Sie ihr Licht aus und bremsen Sie langsam ab, bzw. bleiben Sie bremsbereit. Gerade Dammwild neigt dazu ins Licht zu laufen.

Zudem kommt ein Tier selten allein.

3. Wie verhalte ich mich, wenn es zum Wildunfall kommt?

Ist ein Zusammenstoß nicht mehr vermeidbar, dann sollten Sie ihr Lenkrad gut festhalten und versuchen, auf Ihrer Fahrbahn zu bleiben. Die schwersten Unfälle entstehen zumeist durch ein verrissenes Lenkrad oder riskante Ausweichmanöver. Hier besteht die Gefahr in den Gegenverkehr, den Straßengraben oder gegen einen Baum zu fahren.

Nach einem Unfall müssen Sie zuerst die Unfallstelle absichern und dann sofort die Polizei verständigen.

Konnte ein angefahrenes Tier noch flüchten, so informieren Sie, wenn Ihnen die Nummer bekannt ist, auch den zuständigen Jagdaufseher. Ansonsten teilen Sie diesen Umstand bitte auch der Polizei mit, damit diese das veranlassen kann.

Ganz wichtig ist auch, dass Sie vor Ort Fotos vom Unfallort, vom Tier (soweit es nicht flüchten konnte ) und von Ihrem Auto und dem Schaden daran fertigen.

Sollten Sie mit einem Wildschwein zusammengestoßen sein und dieses nach dem Unfall noch leben, so ist äußerste Vorsicht geboten. Es besteht die Gefahr, dass das Tier Sie angreift. In solchen Fällen ist es ratsam, wenn möglich im Auto zu bleiben und die Polizei zu verständigen.

4. Achtung: Folgende Verhaltensweisen sind strafbar!

Das Mitnehmen eines bei dem Unfall getöteten Wildtieres erfüllt den Straftatbestand der Wilderei ( §292 StGB ).

Ebensowenig sollten Sie nach einem solchen Unfall einfach wegfahren und das angefahrene Tier auf der Straße liegen lassen. Verunfallt dann ein nachfolgendes Auto durch das auf der Straße liegende Tier, so können Sie wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht dafür haftbar gemacht werden.

5. Wer bezahlt den Schaden?

Für die Regulierung eines Unfalls mit Haarwild ( Rehe, Wildschweine, Hasen, Füchse, etc. ) ist – soweit vorhanden – die Teilkaskoversicherung zuständig. Nach dem Unfall müssen Sie den Schaden daher umgehend der Teilkaskoversicherung melden.

Viele Versicherer bieten ein auch eine Erweiterung der Teilkaskoversicherung auf Schäden mit sonstigen Tieren, wie Pferden, Kühen oder  Vögeln an. Wenn Sie viel in ländlichen Bereichen unterwegs sind, ist dies zu überlegen.

Die Vollkaskoversicherung tritt auch dann ein, wenn Sie den Unfall (mit-)verschuldet haben, also bspw. einem Tier ausgewichen sind und dabei in den Straßengraben geraten oder gegen einen Baum geprallt sind. Sie umfaßt nur den Schaden am eigenen Fahrzeug und es erfolgt, im Gegensatz zur Teilkaskoversicherung, auch eine Höherstufung. Die Versicherungskosten steigen dementsprechend in der Regel nach einem Versicherungsfall.

Wichtig ist, dass Sie sich den Unfall von der Polizei schriftlich durch eine Wildschaden-Bescheinigung bestätigen lassen. Diese stellen Sie dann unverzüglich ( binnen einer Woche ) Ihrer Teilkaskoversicherung zur Verfügung um eine schnelle Schadensabwicklung zu gewährleisten.

Wirken Sie vor Ort darauf hin, dass die Polizei die Spuren sichert und auch durch Fotos dokumentiert. Im Nachhinein ist der Nachweis, dass es sich um einen Wildunfall handelte und der Schaden durch den Zusammenstoß mit dem Tier verursacht wurde, meist schwer zu führen. Sind bspw. Haar- und/oder Fellreste am Auto vorhanden, so muß dies schriftlich und fotographisch erfasst werden.

Gerne übernehme ich für Sie die Schadensabwicklung. Sollten Sie bei einem solchen oder anderen Unfall sogar verletzt worden sein, so mache ich für Sie auch ein angemessenes Schmerzensgeld und, falls entstanden, auch sonstige Schäden, wie z. B. Verdienstausfallschaden, Haushalstführungsschaden, etc. geltend. Mehr dazu erfahren Sie auch auf meiner Website:

http://verkehrsunfall-personenschaden.de/

 



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